Tarifliche vergütung nach den arbeitsvertragsrichtlinien des deutschen caritasverbandes

Die staatlichen Behörden legen die Tarife und Rahmenbedingungen (z. B. Personalausstattung) für die Erbringung sozialer Dienstleistungen nicht einseitig fest; Sie verhandeln mit Verbänden von Dienstleistern vor allem auf Der Ebene der Bundesländer. Fußnote 12 Auch können die Akteure Lobbyarbeit betreiben und einen gewissen Einfluss auf die Politikgestaltung ausüben. So sehen sowohl Gewerkschaften als auch Wohlfahrtsverbände es als Erfolg an, dass das Gesetz über die Pflegeversicherung nun besagt, dass Tarifverträge bei der Erstattung von Sozialdienstleistern nicht als “ineffizient” angesehen werden dürfen. Dem kann jedoch teilweise entgegengewirkt werden. Einige Kunden benötigen zusätzliche Sozialleistungen, um ihren Betreuungsplatz zu bezahlen. Diese müssen von den Kommunen bezahlt werden, die versuchen können, Kunden in Einrichtungen mit niedrigeren Kosten zu platzieren. Da die Kommunen Sozialleistungen zahlen müssen, spielen sie auch eine wichtige Rolle bei der Festsetzung der Erstattungssätze für Sozialdienstleister.

Sie versuchen, die Kosten niedrig zu halten, weil sie Kunden abdecken müssen, die nicht in der Lage sind, ihren Betreuungsplatz zu bezahlen (z. B. Interview 16). Im Gegensatz zu Österreich wollten die deutschen Dienstleister keine kontinuierliche Zusammenarbeit aufbauen, um dem Druck der Geldgeber entgegenzuwirken. Die Zersplitterung und Nichtzusammenarbeit der Arbeitgeber scheint das Haupthindernis des Sektors für eine umfassendere Regulierung der Beschäftigungsbedingungen und eine Koordinierung der Lohnpolitik zu sein. Vertreter aller Arbeitgeberverbände sehen gewisse Interessensüberschneidungen und arbeiten gelegentlich zusammen und tauschen Informationen aus (z. B. in der Mindestlohnkommission oder bei Verhandlungen über eine erneute Finanzierung mit staatlichen Akteuren). Eine stärkere Koordinierung halten sie jedoch nicht für möglich oder sogar wünschenswert.

Der offene Wettbewerb zwischen Anbietern, auch innerhalb desselben Verbandes, behindert die Zusammenarbeit (Interviews 19 und 17). Die meisten Anbieterverbände übernehmen die Logik des Wettbewerbs, die von politischen Akteuren gefördert wird. Da der deutsche Sozialdienstleistungsmarkt weniger Vorschriften hat und hohe Profitabilität verspricht, erscheint er auch für transnationale Konzerne offener und attraktiver als der österreichische (Interview 21). Die meisten Interviewpartner sind sich jedoch einig, dass die Konkurrenz durch multinationale Unternehmen dem bereits bestehenden Wettbewerb auf dem deutschen Sozialdienstleistungsmarkt nicht eine andere Qualität hinzufügt. Theoretisch bezieht sich dieser Artikel auf verschiedene Literaturstränge, darunter historischer Institutionalismus, soziologischer Neoinstitutionalismus und bourdieussche Ansätze, die zu der lebhaften Debatte über die Bahnen des institutionellen Wandels und der Kontinuität beigetragen haben. In den letzten Jahren haben sich zwei wichtige konzeptionelle Innovationen entwickelt und in diesen wissenschaftlichen Analysen verbreitet. Die erste Entwicklung erklärt den institutionellen Wandel, indem die endogene Kräfte wie institutionelles Unternehmertum anstelle der exogenen Schocks oder Umweltverschiebungen hervorgehoben werden (Streeck und Thelen 2005; Zietsma und Lawrence 2010).